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09 Geheimnisse zur Vereinsgeschichte

Borussia Dortmund blickt auf eine 109-Jährige Vereinsgeschichte zurück. Eine lange Zeit, in der viel passiert ist. Aus einer kleinen Gruppe von Fußballern in der Dortmunder Nordstadt ist heute einer der größten und erfolgreichsten Vereine Europas geworden. Wir schauen uns die Geschichte des BVB an und enthüllen 09 Geheimnisse über legendäre Spiele und Spieler.

01: BVB bedeutet Ballspiel-Verein Borussia.

02: Friedhelm Konietzka erzielte am 24. August 1963 beim SV Werder Bremen das erste Bundesliga-Tor für Borussia Dortmund.

03: Der bisher höchste Bundesliga-Sieg gelang dem BVB am 6. November 1982 mit 11:1 gegen Arminia Bielefeld.

03 + 01: Seit 1974 trägt der BVB seine Heimspiele im Westfalenstadion aus, das heute Signal Iduna Park heißt. Das Westfalenstadion wurde extra zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland gebaut. Damals fanden 54.000 Menschen dort Platz. Heute gibt es über 81.000 Plätze.

05: Mit 463 absolvierten Spielen ist der heutige Sportdirektor Michael Zorc Rekordspieler von Borussia Dortmund. Seit mittlerweile 37 Jahres ist Zorc im Verein.

06: Das erste und bislang einzige Mal, dass der BVB die Champions Legaue gewonnen hat, war am 28. Mai 1997. Mit 3:1 gewann Borussia durch die Tore von Karl-Heinz Riedle (2) und Lars Ricken gegen Juventus Turin aus Italien.

07: Sieben Jahre lang war Jürgen Klopp Trainer des BVB – so lange wie kein anderer Trainer von Borussia Dortmund. Er holte mit den Schwarzgelben zweimal die Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal.

08: Mit rund 154.000 Mitgliedern ist Borussia nicht nur der drittgrößte Sportverein Deutschlands, sonder auch der fünftgrößte der Welt.

09: Der BVB ist der einzige deutsche Fußballverein, der mit einer seiner Abteilungen als Aktien-Gesellschaft an die Börse gegangen ist. Das ist mittlerweile 18 Jahre her. Aktien-Gesellschaften sind vergleichbar mit einem großen Kuchen, der in viele kleine Stücke aufgeteilt worden ist, damit alle Gäste etwas davon naschen können. Ein kleines Kuchenstück entspricht einer Aktie. Die Aktien werden auf einem besonderen Marktplatz gehandelt: der Börse. Jeder, der eine oder mehrere Aktien kauft, dem gehört auch ein Teil der Aktien-Gesellschaft. Wer Aktien gekauft hat, hat auch Einfluss auf das Unternehmen. Einmal im Jahr gehen die Aktien-Halter zu einer wichtigen Veranstaltung: zur Hauptversammlung. Dort dürfen sie zum Beispiel darüber abstimmen, was mit dem Geld gemacht wird, dass das Unternehmen verdient hat.

09 Geheimnisse zur Vereinsgeschichte

Porträt über Lars Ricken

RICKEN, LUPFEN, JETZT! JAAAAAAA!

Das Spiel am 28. Mai 1997 wird für immer in den Fußball-Geschichtsbüchern stehen – und somit auch der Name eines ganz besonderen Dortmunders: Lars Ricken. In der 72. Minute wird das damals 18-jährige Supertalent auf den Rasen des Münchener Olympiastadions geschickt. Zu diesem Zeitpunkt führt der BVB zwar 2:1 im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin. Aber der BVB gerät immer mehr unter Druck. Die starken Italiener kommen dem Ausgleich näher und näher. Doch dann kommt Ricken. Nur wenige Sekunden nach der Einwechslung der Nummer 18 spielt Andreas Möller einen Steilpass in die gegnerische Hälfte. Ricken sprintet los. Exakt 16 Sekunden steht er auf dem Rasen, als er das erste Mal an den Ball kommt. Er lupft das Leder direkt aus 30 Metern Richtung Tor. Der Ball fliegt über den italienischen Torwart und senkt sich in das Netz. 3:1 für den BVB. So bleibt es bis zum Abpfiff. Wenige Minuten später reckt der damalige Youngster den Champions-League-Pokal in den nächtlichen Himmel. Es ist bis heute der größte Erfolg, den Borussia Dortmund gefeiert hat.

DER WEG NACH MÜNCHEN

1976 in Dortmund geboren, schnürte der heutige Jugendkoordinator des BVB erstmals mit sechs Jahren die Fußballschuhe. Beim TuS Eving-Lindenhorst lernte er das Fußballvereinsleben kennen.

Auf die vier Startjahre in Eving folgten vier Jahre in der Jugend von TSC Eintracht Dortmund. Mit 14 Jahren streifte er sich dann erstmals das BVB-Trikot über. 1992 wird der talentierte Offensivspieler Europameister mit der U16. Mit 17 Jahren stößt er bereits zu den Profis. Dort wird er in seinem zweiten Profijahr in der Saison 94/95 Deutscher Meister – und steuert zwei Tore und zwei Vorlagen bei. Ein Jahr später folgt Meistertitel Nummer 2. Das junge Talent spielt dabei mit 6 Toren und 8 Vorlagen eine entscheidende Rolle. 1997 folgte die Krönung seiner jungen Karriere. Ricken schoss in der Königklasse in neun Spielen vier Tore – und machte sich mit seinem Lupfer vom 28. Mai 1997 unsterblich.

ES HAT VON ANFANG AN GEPASST

Der Dortmunder war aber nicht nur auf dem Platz ein Vorbild. Auch in der Schule war Lars ein echter Vorzeigeprofi. Er schloss sein Abitur mit einem Durchschnitt von 2,4 ab und studierte neben seiner Profilaufbahn an der FernUniversität in Hagen Betriebswirtschaftslehre. Seit 2008 ist der gebürtige Dortmunder nun Nachwuchskoordinator. Da er selbst die Dortmunder Jugend durchlaufen hat und früh mit den Profis auf dem Platz stand, weiß er, was wichtig für die jungen Spieler ist. Ein Grund mehr, weshalb die Jugend des BVB so erfolgreich ist.

Porträt – Lars Ricken

Interview mit Jacob Bruun Larsen

Borussini: Mit 19 hast Du schon zu den Profis des BVB gehört und für die U21-Nationalmannschaft deines Heimatlandes Dänemark gespielt. Wie aufregend ist die Zeit jetzt für Dich?

Jacob: Ich genieße es sehr. Man merkt, wie groß dieser Verein ist. Außerdem spüre ich, dass das Interesse in Dänemark wächst – auch wegen Thomas Delaney. Für mich ist es ein Privileg, hier zu spielen und etwas, worauf ich stolz bin. Ich habe jeden Tag Spaß.

Borussini: Wann hast Du das erste Mal gedacht, dass es für eine Profi-Karriere reichen kann?

Jacob: Als ich vor dreieinhalb oder vier Jahren beim BVB unterschrieben habe, war das natürlich eins meiner Ziele. Nach drei Monaten fand dann das erste Training mit der Profi-Mannschaft statt und da kam mir das erste Mal der Gedanke, dass es reichen könnte. Ich selbst würde noch nicht sagen, dass ich den Sprung zu 100 Prozent geschafft habe – aber ich bin auf einem guten Weg.

Borussini: Was Dich auf dem Platz auszeichnet, ist vor allem Deine Schnelligkeit. Kann man das trainieren oder gehört viel Talent dazu?

Jacob: Ich glaube, dass die Schnelligkeit viel mit Talent zu tun hat. Im Training arbeite ich aber auch an der Technik, damit ich schneller werde.

Borussini: Du hast schon früher an den Trainingslagern der Profis teilgenommen. Meinst Du, dass Dich das nach vorne gebracht hat?

Jacob: Klar, jede dieser Trainingseinheiten war für mich damals sehr lehrreich. Das war eine super Erfahrung für mich und die anderen Jungs aus der Jugend zu sehen, wie es bei den Profis abläuft. Wir haben hier viel gelernt und natürlich auch jede Menge Spaß gehabt. Es war für uns etwas Besonderes, als „junge Spieler“ mit den erfahrenen Profis zu trainieren.

Borussini: Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp hat in der Vergangenheit von der „goldenen 98er-Generation“ gesprochen und damit die besondere Stärke Deines Spieler-Jahrgangs – zu dem auch Christian Pulisic und Dzenis Burnic zählen – unterstrichen. Wie ist Euer Verhältnis zueinander?

Jacob: Wir haben uns schon am ersten Trainingstag in Dortmund kennengelernt. Wir verstehen uns sehr, sehr gut und reden viel miteinander. Ich weiß nicht, ob ich es den „goldenen Jahrgang“ nennen würde, aber wir haben zusammen gewonnen, was es zu gewinnen gab.

Borussini: Wie wichtig ist es Dir, gute Freunde in der Mannschaft zu haben?

Jacob: Sehr wichtig. Ich finde, dass man auch abseits des Platzes gut mit der Mannschaft harmonieren muss. Es ist wichtig, dass jeder mit jedem umgehen kann. Klar ist das in der Jugendmannschaft etwas anders, da alle gleich alt sind. Aber auch wenn bei den Profis ungefähr 13 unterschiedliche Jahrgänge die Mannschaft bilden, herrscht eine gute Stimmung.

Borussini: Mit 16 bist Du nach Dortmund gekommen und hast zuerst im BVB-Jugendhaus gelebt. Wie war das für Dich?

Jacob: Das war überragend! Wir mussten nicht viel machen, außer donnerstags das eigene Zimmer aufzuräumen. Am Anfang waren wir 12 oder 13 Spieler, die von Matze und Conny Kleinsteiber betreut wurden. Sie haben dort mit uns gewohnt, wir waren schon wie eine Familie. Später, als weitere Spieler dazu kamen, war es schwer, das Ganze so eng zu halten. Aber ich hatte eine gute Zeit und das Deutschlernen hat auch ganz gut geklappt. Ich habe viel mit Deutschen gesprochen, deswegen habe ich die Sprache wahrscheinlich schnell gelernt.

Borussini: Aber es ist doch trotzdem nicht leicht, in einem so jungen Alter in ein neues Land zu kommen, oder?

Jacob: Nein, aber ich hatte Zeit, mich ein halbes Jahr darauf vorzubereiten – und meine Familie auch. Bevor ich unterschrieben und mich für den BVB entschieden habe, hatte ich bereits begonnen, Deutsch zu lernen. Ich war einfach bereit, diesen Schritt zu gehen. Wenn die Möglichkeit besteht, würde ich auch jedem zu Hause in Dänemark empfehlen, sie zu nutzen.

Borussini: Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Spieler schon die Sprache lernt, bevor er überhaupt in das Land kommt. Erachtest Du das als wichtig, um ein gutes Verhältnis zu den anderen Teammitgliedern aufzubauen?

Jacob: Ja, wenn Du in einem anderen Land bist, musst Du Dich integrieren. Ich finde das ganz wichtig. Von Anfang an muss man auch neben dem Spielfeld miteinander funktionieren. Am Anfang hast Du eh wenig Ruhe, weil alles neu ist. Dass ich schon etwas Deutsch sprechen konnte, hat mir den Einstieg erleichtert. Ich glaube, man spricht hier auch nicht so viel Englisch (lacht).

Borussini: Vor deiner Zeit in Dortmund warst Du auch mit dem FC Liverpool und dem PSV Eindhoven in Kontakt. Warum hast Du Dich für den BVB entschieden?

Jacob: Das lag an Hannes Wolf, dem damaligen Trainer der U17. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier am meisten lernen kann und mich am wohlsten fühlen werde. Nach dem Probetraining habe ich sofort die familiäre Atmosphäre gespürt und es war schnell klar, dass es der BVB werden soll.

Borussini: Vermisst Du trotzdem etwas an Dänemark?

Jacob: Meine Familie und Freunde, das ist alles.

Borussini: Was gefällt Dir gut an Deutschland und speziell an Dortmund?

Jacob: Das Größte ist, dass die Menschen hier so fußballverrückt sind: Es dreht sich alles um Fußball, das merkt man sofort – auch in Dortmund. In Dänemark ist das nicht so. Die Schule hier ist ein bisschen altmodisch, weil noch alles auf Papier geschrieben wird. Ich würde empfehlen, dass mehr mit Computern gearbeitet wird. Denn gerade die Technologie wird immer wichtiger in Europa.

Borussini: Wann beginnt Ihr an Dänemarks Schulen mit Computern zu arbeiten?

Jacob: Ich glaube, das fängt schon in der 3. Klasse an.

Borussini: Was machst Du gerne in deiner Freizeit, wenn Du mal nicht Fußball spielst?

Jacob: Ich telefoniere sehr oft mit vielen Leuten und ich gehe gerne gut essen. Derzeit ruhe ich mich aber auch viel aus. Oft bekomme ich Besuch von zu Hause, dann sind meine Familie, meine Schwester oder meine Kollegen da. Einen festen Plan habe ich nicht, aber ich versuche, jeden Tag bestmöglich zu nutzen.

Borussini: Die Bundesliga ist gestartet. Worauf freust Du Dich am meisten, auch wenn Du gerade aufgrund deiner Verletzung nicht selbst auf dem Platz stehen kannst?

Jacob: Ich freue mich einfach, dass es wieder losgeht. Wir waren jetzt lange auf dem Trainingsplatz. Es ist einfach geil, wenn man wieder spielen kann. Vor allem für unsere Fans ist es, glaube ich, ganz wichtig. Das macht mir viel Spaß. Jedes Wochenende Bundesliga zu spielen ist schön, es gibt nichts Besseres!

Borussini: Wie stark schätzt Du das Team in dieser Saison ein?

Jacob: Ich schätze die Mannschaft ganz, ganz stark ein. Wir haben viel, viel Qualität und ich glaube, dass sich die Neuzugänge schnell entfalten – die verschiedenen Qualitäten der Spieler tun uns sehr gut.

Borussini: Du hast die Erfolge aus der Jugend schon erwähnt: Ihr seid deutscher B-Jugend- und zweifacher A-Jugend-Meister. Wann meinst Du folgt für Borussia Dortmund der Meistertitel in der Bundesliga?

Jacob: Das weiß ich nicht. Wie in jedem Jahr ist die Qualifikation für die Champions League unserer primäres Ziel, aber ich hoffe natürlich – dass Dortmund die Qualität hat, in der Meisterschaft oben mit zu spielen.

Interview mit Jacob Bruun Larsen